Zwei große Namen schicken sich an, ihre in Schieflage geratenen Ex-Klubs zu reformieren und neu zu formen. Bei Raúl ist jedoch noch unklar, ob er das nötige Mandat erhält, während Zlatan Ibrahimovic es sich eventuell einfach nimmt. Die FT-Presseschau am Dienstag.
Zurück zur Real-DNA
Am 7. Juni steht bei Real Madrid die Präsidentschaftswahl an. Eigentlich wollte sich der langjährige Amtsinhaber Florentino Pérez lediglich erneut im Amt bestätigen lassen, um mit neuer Legitimation seine persönlichen Pläne weiter voranzutreiben, doch dann gab in Enrique Riquelme ein ernstzunehmender Gegenkandidat seine Kandidatur bekannt. Dieser möchte „den Verein wieder zu alten Werten und Würde zurückführen“ und hat seitdem in Rekordzeit ein namhaftes potenzielles Führungsteam auf die Beine gestellt. Diesem gehört offenbar auch die ehemalige Real- und Schalke-Legende Raúl an, der aktuell ohne Anstellung ist.
Im Interview mit dem Radiosender ‚Cadena SER‘ kündigt Riquelme an: „Es ist bereits beschlossene Sache. Er ist Spanier. Für dieses Projekt und angesichts der aktuellen Situation des Vereins müssen wir zu diesen Werten, zu diesem Madrider Geist, zur DNA des Vereins zurückkehren. Wir brauchen eine Legende von Real Madrid. Das ist die Person, die wir ausgewählt haben. Wenn ich zum Präsidenten gewählt werde, wird Raúl Sportdirektor von Real Madrid.“ Riquelme habe klare Visionen und gebe sich nicht mit Mittelmaß zufrieden. Auch mit einem potenziellen neuen Trainer sollen Gespräche laufen: Jürgen Klopp.
Die Geburt des AC Ibra?
Beim AC Mailand geht es nach dem Last-Minute-Schock durch das Verpassen der Champions League weiter drunter und drüber. Während gleich vier sportliche Entscheidungsträger nach Saisonschluss den Hut nehmen mussten, schwingt sich der nominelle externe Berater Zlatan Ibrahimovic zur entscheidenden Figur bei den Rossoneri auf. „Die Entscheidungen, so betonen sie, liegen bei den Eigentümern und der Vereinsführung. Zlatan bringt seine Vision ein. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob der Schwede nur als Berater fungieren wird oder ob er darauf abzielt, seine Leute zu platzieren, um Macht in Milanello zu haben“, analysiert die ‚Gazzetta dello Sport‘.
Während die Vereinsführung Gespräche mit Ralf Rangnick und Oliver Glasner führt, bringt der Ex-Profi Ibrahimovic seine eigene namhafte Personalplanung voran. Der ‚Corriere dello Sport‘ fasst unter dem Titel „AC Ibra“ zusammen: „Zlatan Ibrahimovic, der sich immer mehr als Dreh- und Angelpunkt profiliert, arbeitet daran, die Revolution bei Milan zu vollenden, nachdem er sie in Absprache mit dem Eigentümer mit den Massenentlassungen am Ende der Meisterschaft eingeleitet hatte. Derzeit führt der vom Schweden favorisierte Weg zur Neugestaltung der ersten Reihe zu Arne Slot als Trainer und Ramon Planes (Al Ittihad) als Sportdirektor.“ Beide werden wie Ibrahimovic von der Topagentin Rafaela Pimenta vertreten, der „faktischen Nachfolgerin von Mino Raiola“.
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