FT-Kurve Weltmeisterschaft

DFB-Team: Drei wichtige Erkenntnisse nach dem Finnland-Test

Mit 4:0 fertigte Deutschland am Sonntagabend die finnische Nationalmannschaft ab. Für die Euphorie kurz vor der Weltmeisterschaft war das Ergebnis in der Mainzer MEWA Arena Gold wert. FT nimmt drei Erkenntnisse aus dem WM-Test mit.

von Dominik Schneider
2 min.

Karl und Undav überzeugen

Besonders positiv stachen Lennart Karl und Deniz Undav beim 4:0-Erfolg gegen Finnland heraus, das Duo verdiente sich die FT-Note 1,0. Die Offensivkräfte besetzten zwei Positionen, die in der voraussichtlichen WM-Startelf noch nicht vollends in Stein gemeißelt sind. Auch wenn im Angriff wohl Kai Havertz die Nase vorne hat. Der Gunner hat allerdings die bittere Finalniederlage aus der Champions League zu verkraften.

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Undav kommt mit ungeheurem Selbstvertrauen und schafft es, seine Trefferquote aus der Bundesliga in die Nationalmannschaft zu transferieren. Im Duell mit Havertz hat er sicherlich wertvolle Punkte gesammelt. Karl spielte gegen die Finnen unbekümmert und selbstbewusst auf, traute sich Dribblings zu, bereitete einen Undav-Treffer vor und agierte nach Ballverlusten verbissen in der Rückeroberung. Stand jetzt dürfte der Bayern-Youngster auf Rechtsaußen seinen Stammplatz haben.

Feinschliff in der Offensive fehlt

Qualitativ war Finnland nicht auf Augenhöhe mit dem DFB-Team. Selbst ein tiefer Verteidigungsblock hinderte die deutschen Spieler nicht daran, in kurzen Abständen immer wieder zu guten Chancen zu gelangen. Dennoch wurde mehr als eine halbe Stunde bis zum erlösenden 1:0 gebraucht. Das lag vor allem an der fehlenden Präzision bei Aktionen, die in den Strafraum führten.

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Ein ähnliches Spiel wird am 14. Juni auch gegen Curaçao zu erwarten sein. Dann sollten die Mechanismen im Angriff besser greifen. Sonst droht ein knapperes Ergebnis, als auf dem Papier anzunehmen ist. Schafft es die Mannschaft allerdings, die Chancenwertung prozentual zumindest etwas nach oben zu korrigieren, ist aufgrund der hohen individuellen Qualität von Florian Wirtz, Jamal Musiala und Co. immer mit dem DFB-Team zu rechnen – auch wenn es dann im späteren Turnierverlauf gegen stärkere Teams geht.

Kimmich-Rolle & der (fehlende) Plan B

Dass Joshua Kimmich auf der Position rechts hinten gesetzt ist, steht außer Frage. Gegen Finnland lief der Spielaufbau über den Kapitän, der stets sehr hoch auf dem Feld stand und sich auch immer wieder ins Zentrum bewegte, um aus seiner gewohnten Position heraus das Spiel zu dirigieren. Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic machten ihre Sache als Achterduo gut.

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Fraglich bleibt jedoch, wie Deutschland gegen Mannschaften agiert, die deutlich mehr Qualität als die Finnen mitbringen. Hat Julian Nagelsmann für diesen Fall einen Plan B für Kimmich an der Hand? Oder versucht es der Bundestrainer auch gegen Frankreich, Brasilien oder Spanien mit Kimmichs Sonderrolle? Der Kader verfügt über keinen echten Rechtsverteidiger. Das lässt zumindest personell kaum Optionen offen, um die Positionierung des Spielführers zu verändern.

Beim Thema Restverteidigung klafft bei Ballverlusten hinter Kimmich oft ein großes Loch. Genau dort stechen pfeilschnelle und torgefährliche Flügelstürmer der Topteams gerne herein. Das ließ sich schon in den März-Testspielen gegen die Schweiz (4:3) und gegen Ghana (2:1) erkennen. Ein Ritt auf der Rasierklinge, wenn plötzlich Kylian Mbappé, Lamine Yamal oder Raphinha attackieren.

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